Zwei Tage im Leben eines Kriegsgefangenen (Original-Ausschnitt von Werners Bericht)

Mein Opa war jahrelang gezwungen, ohne Verdienst an einem kalten Ort Straßen zu bauen – unter gefährlichen Umständen. Ich bin dankbar, dass es mir heute besser geht.

Zur Erinnerung an unangenehme Zeiten: Wie mein Großvater zwei Tage im Erdölgebiet von Tuimasy-Oktrjabrisky in Russland erlebte. Weiterlesen

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Hildchen wer nochmal?

Nun schreibe ich schon ganze vier Monate an diesem Blog und an meinem Buch. Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mich für den Namen Hildchen entschieden habe und was dieser Name eigentlich zu bedeuten hat.

Zwar habe ich dazu schon einmal geschrieben. Aber bei der Fülle an Informationen, die jeder von uns jeden Tag im Internet liest, ist es kein Wunder, dass manches aussortiert oder vergessen wird. Vor allem, wenn es sich um einen kleinen Text auf einem kleinen Blog handelt. Nun kommen aber immer mal wieder ein paar Leser dazu und das „Hildchen“ geht um die Welt, wie ich in meinen Statistiken sehe (und die Liste der Länder, aus denen die Leser kommen, bereitet mir sogar mehr Freude als die Besucherzahlen). Daher will ich nochmal für Aufklärung sorgen.

Liebesobjekte und ihre Geschichten

Schöne Ideen hat wohl jeder. Nicht alle werden in die Tat umgesetzt, aber zum Glück fand diese eine ihren Weg aus den Gedanken hinein in die große weite Welt. Ich war gerührt, als ich von Silkes Blog erfuhr, der sich schönen Dingen mit besonderen Hintergründen widmet.

Ich freue mich daher sehr, dass mein Projekt nun auf ihrem Blog zu finden ist und dass die Karten meiner Oma an meinen Opa ein Teil der Sammlung geworden sind. Hier ein Auszug davon:

„Die unglaubliche Macht der Worte wird durch die Karten, die diese Nachrichten um die halbe Welt brachten, besonders deutlich. Meine Großmutter gab sie mir eines Tages zusammen mit Fotos in einer kleinen braunen Kiste. Eine Art Heiligtum waren sie mir schon immer. Weil sie uralt sind, weil sie wunderschön geschrieben sind und weil sie mir meine Oma zeigen, wie ich sie nie kennenlernte – als junges Mädchen mit Zukunftsträumen.“

Weiterlesen solltet ihr unbedingt hier!

Noch was zum Schluss

Es lohnt sich sehr, mal reinzuklicken in die schöne, lustige, rührende Sammlung von Liebesobjekten. Meine persönliche Lieblings-Liebeserklärung ist übrigens die an die Tomate, die ihr hier findet.

 

Die weitere Reise in Estland: Was mein Besuch des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers bedeutet

Neun Kilometer entfernt vom schon beschriebenen hässlichen Industriegebiet Kohtla-Järves liegt das winzige Dörfchen Ereda, das ich während meiner Reise in Estland besuchen wollte. Hier befand sich das Kriegsgefangenenlager, in dem Werner hausen musste. Hausen ist das falsche Wort, weil es sich nicht mal um ein richtiges Haus handelte, aber welches Verb eignet sich denn für Zustände, die mir noch 70 Jahre später diese eigentlich nette Gegend verübeln? Wohnen? Klingt zu sehr nach Weiterlesen

Meine Reise in Riga: Die Zeit ist aus den Fugen

Welchen Schatz ich mit dem alten Text von Werner besitze, ist mir besonders am letzten Tag meiner Reise in Riga klar geworden.

Ich habe Andrejs Edvīns Feldmanis getroffen, der für das Okkupationsmuseum in Riga arbeitet, Forschungen betreibt und so ziemlich alles über das Leben der Kriegsgefangenen in Riga weiß, was man wissen kann. Er hat sich einen ganzen Tag für mich Zeit genommen und sich die allergrößte Mühe gegeben, mir dabei zu helfen, ein Bild davon zu bekommen, wie Werners Zeit in Riga aussah. Weiterlesen

Riga: Reise in die Vergangenheit – zwischen Begeisterung und Wehmut

Wo ich hinsehe, denke ich an meinen Großvater. Die vielen alten Häuser, die es hier noch gibt, hat er vielleicht auch schon gesehen – vor ganz genau 70 Jahren. In jeder Straße, in der ich laufe, stelle ich mir vor, dass er hier entlang marschiert ist, wie er die Ankunft in Riga nach einem Fußmarsch von zehn Tagen unmittelbar nach der Kapitulation im Mai 1945 berichtet: Weiterlesen

10. August: Der erste Tiefpunkt

Heute wird mir der starke Gegensatz der liebevollen Briefe, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe, zu Werners Text bewusst. Seine Beschreibungen sind ehrlich und zeigen, wie sich sein Leben damals abgespielt hat. Er schreibt rundum nüchtern, wie sich das Weltgeschehen auf sein Schicksal ausgewirkt hat.

Sehr auffällig ist, wie distanziert er alles schildert. Er schreibt nicht, wie genau er Weiterlesen