Nachtrag zum letzten „Freiheits-Beitrag“

Zu meinem letzten Eintrag gab es ein paar negative Meinungen. Ich hätte in arrogantem Ton geschrieben und wäre der Meinung, meine Art zu leben wäre die einzig richtige. Ich war wie vor den Kopf gestoßen! Ich und arrogant? Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass ich den Text in solch einem Ton geschrieben habe! Dass er bei manchen aber so ankam, geht mir wirklich sehr nah.

Darum möchte ich heute ein paar Dinge erklären. Weiterlesen

Advertisements

Wie frei sind wir wirklich?

Ich war auf Mallorca und bin gerade zurückgekommen. Nein, ich war nicht im Urlaub. Sonst hätte ich eine andere Jahreszeit gewählt, eine, in der das Meer schon warm genug ist zum Baden. Ich war einfach nur so da. Weil ich vor zwei Wochen etwas Neues sehen wollte und der Flug nach Mallorca der beste war.

Da ich nicht im Urlaub war, gesellten sich zu den üblichen Fragen, die denen gestellt werden, die im Ausland waren („Wie war das Wetter?“, „Hast du das oder das gesehen?“ usw.) noch ein paar andere. Fragen wie „Wie, du hast dort gearbeitet?“ oder „Und was hast du für einen Job, dass du auf einer Insel arbeiten kannst?“  Weiterlesen

Mensch ändere Dich

Seit ich das Buch schreibe, denke ich noch häufiger als früher: „Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind.“ Stimmt auch. Oder?

Das letzte Jahrhundert ist schuld an so einigen schlimmen Schicksalen. Der Schatten der besonders dunklen Zeiten liegt noch immer über uns und wird noch einige Generationen andauern. Da können wir doch froh sein, dass das Schlimmste vorbei ist.

Aber ich weiß gar nicht, ob es wirklich so ist. Ich bin immer noch froh, nicht in den 1940er Jahren zu leben. Zum Beispiel als Ehefrau, deren Mann fortmuss. Als Tochter, die ihren Vater vermisst. Oder als jüdisches Mädchen. Da hab ich wirklich Glück gehabt. Manch anderer in meiner Zeit kann sich nicht so glücklich schätzen: Menschen, denen Unrecht geschieht, weil manche Verrückte ihre persönlichen Grenzen nicht kennen, und weil andere Verrückte sie nicht in Frieden leben lassen. Seit Jahrhunderten ändert sich gar nichts.

Dabei wollen doch anscheinend ganz viele, dass sich was ändert. Jeder scheint offen dafür zu sein. Trotzdem wurde aus der Geschichte nicht so viel gelernt, wie es sich eigentlich daraus lernen lässt. Wenn alle im vollen Umfang „die Moral von der Geschicht‘“ kapiert hätten, würden nicht so viele Leute vor anderen Leuten Angst haben. Immer noch werden Leute ihrer Freiheit beraubt, sterben deshalb oder leben in Grauen, und wieder machen erschreckend viele den Leuten Angst, die gerade vor dem Grauen weggerannt sind. Geht`s noch???

Scheiß Nationalgefühl. Das Gefühl, zu der einen und nicht zu der anderen Gruppe zu gehören, richtet so viel Übel an. Wir könnten darauf verzichten und uns etwas anderes suchen, was ein Gemeinschaftsgefühl auslöst. Dass wir alle einen Verstand haben zum Beispiel. Wenn der dann noch bei jedem eingesetzt wird, gäbe es eine Chance, dass…

 

Ja, dass was?

 

Das ist jetzt doch zu weit hergeholt.

Was man fürs Erwachsensein braucht

Heute geht’s um ein schwieriges, aber allgegenwärtiges Thema. Erwachsensein. Damit muss sich fast jeder irgendwann einmal herumschlagen. Und dennoch weiß keiner genau, was das eigentlich ist, das Erwachsensein.

Es gibt Dinge, die tun nur Erwachsene. Finanzielle Entscheidungen treffen. Zum Essen einladen. Geld verdienen müssen. Kinder kriegen. Ein Testament schreiben. 30 werden…

Huch, was macht denn der Schmetterling auf meinem Balkon? Weiterlesen

Über Verantwortung, Schuld und Rechtfertigung

So sehr ich mich auch dagegen gewehrt habe, dieses Thema anzuschneiden – ich komme nicht drum herum. Es taucht immer wieder auf.

Eine Szene mit meinem Opa Werner kommt mir in den Sinn. Als er den Tatort guckte und ich spielend auf dem Teppich neben ihm saß und mich fragte, warum alle jemanden suchen, den offensichtlich sowieso keiner mag. Er hat mir erklärt, warum es wichtig ist, für seine bösen Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Ich möchte lieber nicht wissen, ob jemand aus meiner Familie Weiterlesen