Meine Reise in Riga: Die Zeit ist aus den Fugen

Welchen Schatz ich mit dem alten Text von Werner besitze, ist mir besonders am letzten Tag meiner Reise in Riga klar geworden.

Ich habe Andrejs Edvīns Feldmanis getroffen, der für das Okkupationsmuseum in Riga arbeitet, Forschungen betreibt und so ziemlich alles über das Leben der Kriegsgefangenen in Riga weiß, was man wissen kann. Er hat sich einen ganzen Tag für mich Zeit genommen und sich die allergrößte Mühe gegeben, mir dabei zu helfen, ein Bild davon zu bekommen, wie Werners Zeit in Riga aussah. Weiterlesen

Advertisements

Riga: Reise in die Vergangenheit – zwischen Begeisterung und Wehmut

Wo ich hinsehe, denke ich an meinen Großvater. Die vielen alten Häuser, die es hier noch gibt, hat er vielleicht auch schon gesehen – vor ganz genau 70 Jahren. In jeder Straße, in der ich laufe, stelle ich mir vor, dass er hier entlang marschiert ist, wie er die Ankunft in Riga nach einem Fußmarsch von zehn Tagen unmittelbar nach der Kapitulation im Mai 1945 berichtet: Weiterlesen

17. August: Reise in die Vergangenheit – die Vorbereitung

Am liebsten verreise ich, wenn ich die Reise mit irgendeinem Ziel verbinden kann. So bin ich neulich zum Beispiel mal in den Süden von Spanien gefahren, um dort Leute zu treffen, die wie ich ohne Bindung an irgendeinen Ort arbeiten. Dieses Mal entstand der Plan für die nächste Reise aus dem Hildchen-Projekt. Und am Freitag geht’s schon los: Ich fahre an zwei der drei Orte, an denen mein Großvater in Gefangenschaft war: Weiterlesen

Rückblick zum 13.-15. März 2013: Der Brief an Werners Kamerad

Als Werner nach der 5-Tages-Reise nach Estland aus dem Viehwaggon stieg, war er sehr durstig. Außer einem Liter Wasser am Tag, das sich mehrere Männer teilen mussten, hatte er nichts zu trinken bekommen. Nach einem anschließenden Marsch ins Lager waren manche schon so durstig gewesen, dass sie trotz härtester Bestrafung Wasser aus Sümpfen tranken. Werner berichtet, dass er im Lager ankam und auf Willi aus Konstanz traf, der ihm eine halbe Tasse Flüssigkeit von irgendwoher zusammensuchte.

Ich habe Willi dank des Internets und seiner Ehrenmitgliedschaft in einem Fußballverein ausfindig machen können und Weiterlesen