Nachtrag zum letzten „Freiheits-Beitrag“

Zu meinem letzten Eintrag gab es ein paar negative Meinungen. Ich hätte in arrogantem Ton geschrieben und wäre der Meinung, meine Art zu leben wäre die einzig richtige. Ich war wie vor den Kopf gestoßen! Ich und arrogant? Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass ich den Text in solch einem Ton geschrieben habe! Dass er bei manchen aber so ankam, geht mir wirklich sehr nah.

Darum möchte ich heute ein paar Dinge erklären.

Ich wollte auf keinen Fall irgendwen beleidigen, als ich schrieb, dass ein Job, bei dem man Tag für Tag etwas tut, was einem keinen Spaß macht, einer Gefangenschaft gleichkommt. Für mich wäre es das, eine Art Gefesselt-Sein, darum habe ich meine Meinung aufgeschrieben. Aber mir ist klar, dass diese Meinung nicht allgemeingültig ist. Ich hab sozusagen nur die angesprochen, die wie ich fühlen, aber noch nicht den Weg hinaus gefunden haben.

Mein Text sollte aufmunternd, vielleicht auch aufrüttelnd sein, er sollte zeigen, wie ich lebe (weil es hier um meinen Großvater UND um mich geht), aber er sollte keinesfalls arrogant wirken. Da hab ich mich wohl im Ton vergriffen – beim nächsten Eintrag passe ich mehr auf.

Und ich wollte auch nicht sagen (was ich auch nicht habe, wenn man genau liest, aber ich verstehe, wenn es beim „Drüberlesen“ so ankommen kann), dass meine Art, Geld zu verdienen, die einzig richtige ist. Nein. Das meine ich überhaupt nicht. Im Gegenteil – ich bin auch nicht vollkommen glücklich mit meiner Arbeit und hab noch einen langen Weg vor mir, bis es so weit ist. Ich arbeite daran 🙂

Ich bin überzeugt, dass jeder, der es sich wünscht, mehr Freiheit erlangen kann, wenn er es möchte. (Dass damit Menschen wie ich und die meisten meiner Leser gemeint sind, sollte klar sein. Dass Menschen, die unter sklavenartigen Bedingungen arbeiten müssen, damit nicht gemeint sind, sollte auch klar sein.) Aber ich meine nicht, dass mein Weg dahin der einzig richtige Weg ist. Ich finde es nur wichtig, dass man sich etwas Freiheit zugesteht, wenn man Sehnsucht danach hat. Wenn nicht, oder wenn man sich zwar nicht frei fühlt, aber dennoch überglücklich ist, ist das wunderbar. Und Glück geht ja auch nicht immer Hand in Hand mit der Freiheit, über seinen Aufenthaltsort bestimmen zu können. Aber für mich ist es so, und daher hab ich es so ausgedrückt.

Mein Text richtet sich an den, der sich gefangen fühlt, durch seinen Job, durch zu wenig Freiheit, durch zu wenig Zeit, durch fehlenden Mut. Demjenigen will ich zeigen, dass es immer eine Alternative gibt. Ich lebe in einem Land mit so vielen Möglichkeiten, kreativen Mitmenschen, Unterstützern, Förderprogrammen – jeden Tag und in jedem Moment kann man sein Leben in die Richtung lenken, die einen glücklich macht. Und ich wünsche jedem, der das möchte, dass er es auch schafft.

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