Und manche gibt`s, die tun nur so

Neulich hat mich eine Freundin gefragt, ob ich der Meinung bin, ein hartes Leben zu haben. (Sie fragte, nachdem ich einen Seufzer ausgestoßen hatte.) Ich antwortete, ohne nachzudenken, mit Ja, momentan schon. Dabei dachte ich an den Juni, in dem ich es nicht geschafft hatte, mein mir selbst gestecktes Einkommens-Ziel zu erreichen, was bedeutete, dass ich im Juli mehr arbeiten und gleichzeitig weniger ausgeben müsste. Und ich dachte an private Schwierigkeiten, die in diesem Monat größer geworden waren und die mir zusammen mit meiner Arbeit wertvolle Zeit gestohlen hatten, die ich brauche, um an meinem Opa-Projekt zu arbeiten. Weiterlesen

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Nachtrag zum letzten „Freiheits-Beitrag“

Zu meinem letzten Eintrag gab es ein paar negative Meinungen. Ich hätte in arrogantem Ton geschrieben und wäre der Meinung, meine Art zu leben wäre die einzig richtige. Ich war wie vor den Kopf gestoßen! Ich und arrogant? Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass ich den Text in solch einem Ton geschrieben habe! Dass er bei manchen aber so ankam, geht mir wirklich sehr nah.

Darum möchte ich heute ein paar Dinge erklären. Weiterlesen

Wie frei sind wir wirklich?

Ich war auf Mallorca und bin gerade zurückgekommen. Nein, ich war nicht im Urlaub. Sonst hätte ich eine andere Jahreszeit gewählt, eine, in der das Meer schon warm genug ist zum Baden. Ich war einfach nur so da. Weil ich vor zwei Wochen etwas Neues sehen wollte und der Flug nach Mallorca der beste war.

Da ich nicht im Urlaub war, gesellten sich zu den üblichen Fragen, die denen gestellt werden, die im Ausland waren („Wie war das Wetter?“, „Hast du das oder das gesehen?“ usw.) noch ein paar andere. Fragen wie „Wie, du hast dort gearbeitet?“ oder „Und was hast du für einen Job, dass du auf einer Insel arbeiten kannst?“  Weiterlesen

Mensch ändere Dich

Seit ich das Buch schreibe, denke ich noch häufiger als früher: „Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind.“ Stimmt auch. Oder?

Das letzte Jahrhundert ist schuld an so einigen schlimmen Schicksalen. Der Schatten der besonders dunklen Zeiten liegt noch immer über uns und wird noch einige Generationen andauern. Da können wir doch froh sein, dass das Schlimmste vorbei ist.

Aber ich weiß gar nicht, ob es wirklich so ist. Ich bin immer noch froh, nicht in den 1940er Jahren zu leben. Zum Beispiel als Ehefrau, deren Mann fortmuss. Als Tochter, die ihren Vater vermisst. Oder als jüdisches Mädchen. Da hab ich wirklich Glück gehabt. Manch anderer in meiner Zeit kann sich nicht so glücklich schätzen: Menschen, denen Unrecht geschieht, weil manche Verrückte ihre persönlichen Grenzen nicht kennen, und weil andere Verrückte sie nicht in Frieden leben lassen. Seit Jahrhunderten ändert sich gar nichts.

Dabei wollen doch anscheinend ganz viele, dass sich was ändert. Jeder scheint offen dafür zu sein. Trotzdem wurde aus der Geschichte nicht so viel gelernt, wie es sich eigentlich daraus lernen lässt. Wenn alle im vollen Umfang „die Moral von der Geschicht‘“ kapiert hätten, würden nicht so viele Leute vor anderen Leuten Angst haben. Immer noch werden Leute ihrer Freiheit beraubt, sterben deshalb oder leben in Grauen, und wieder machen erschreckend viele den Leuten Angst, die gerade vor dem Grauen weggerannt sind. Geht`s noch???

Scheiß Nationalgefühl. Das Gefühl, zu der einen und nicht zu der anderen Gruppe zu gehören, richtet so viel Übel an. Wir könnten darauf verzichten und uns etwas anderes suchen, was ein Gemeinschaftsgefühl auslöst. Dass wir alle einen Verstand haben zum Beispiel. Wenn der dann noch bei jedem eingesetzt wird, gäbe es eine Chance, dass…

 

Ja, dass was?

 

Das ist jetzt doch zu weit hergeholt.

Der unterschätzte Schatz

Schreiben früher und heute – da liegt ein himmelweiter Unterschied dazwischen. Mit früher meine ich die Zeit der Federn und der Tinte und sogar noch der Schreibmaschine. Die Gedanken auf Papier bringen hatte keine übertragene Bedeutung. Papier als Mittel, den Kopf zu leeren, zu kommunizieren und Kunstwerke zu erschaffen. Ein Material, das zwar geduldig, aber leicht zu vernichten ist, so dass Weiterlesen